Firmensitze

Das Familienunternehmen de Haen-Carstanjen & Söhne hat seine Ursprünge in Duisburg, doch die meisten Standorte in und um Düsseldorf. Erstes Domizil in Düsseldorf ist die Bilker Straße. 1902-1974 geht es in die heutige Hafenmeile, von 1975-1986 ins Rheinsternhaus nach Oberkassel und bis 2007 in der Florastraße in Meerbusch. Aktueller Sitz des Unternehmens ist die Königsallee 24.

Bilker Straße 12-14 | Die industrielle Evolution

Von 1847 bis 1902 befindet sich der Firmensitz von dHCS an der Bilker Straße, im heutigen Heinrich-Heine-Institut: „... alte Patrizierhäuser mit großen Ausmaßen, weiten Kellergewölben, Anbauten, Höfen.“. Die Räume, vor allem die erste Etage, sind unversehrt durch die Weltkriege gekommen, sodass sie noch weitgehend den ursprünglichen Eindruck vermitteln können. Adolf Siegert dokumentiert in seinen Aufzeichnungen eine sehr wache Erinnerung an die Zeit in der Bilker Straße: „Wer ... das geschäftige Leben und Treiben sich abspielen sah in den Lagerhäusern, Packhallen und Höfen, der Werkstätten der Handwerker, wer sich das Rollen der Sack- und Lagerkarren, das Klirren der Winden und Kettenzüge, das Poltern der durch die Tore ein- und ausfahrenden Fuhrwerke, das Geläute der Signalglocken anhörte, der glaubte sich versetzt in das Getriebe des alten Handlungshauses von „T.O. Schröter“, das Gustav Freytag in seinem Roman ‚Soll und Haben’ so lebens- und farbenfroh vorgezaubert hatte.“

Die Gebäude in der Bilker Straße 12-14 beherbergen heute das Heinrich-Heine-Institut: ein Zentrum der internationalen Heine-Forschung sowie eine ständige Ausstellung zu Heinrich Heine.

Im Hafen (Kaistraße 1-3) | Der Duft von Himbeersirup

1902 zieht das Unternehmen in den Düsseldorfer Handelshafen um. Die Kaistraße ist zu dieser Zeit eine sehr breite Straße mit Kopfsteinpflaster, an der sich ausschließlich Lagerhäuser befinden. Die Gebäude von dHCS sind große, ziegelrote Backsteingebäude, welche die Familie in Erbpacht erbaut hat. Die Gebäude, die sehr stark an den Schinkelbau in Berlin nahe der Werderschen Kirche erinnern, stehen heute unter Denkmalschutz. Familienmitglieder, die sich an diese Zeit erinnern, verbinden mit dem Gebäude vor allem den Duft von Himbeersirup. In einer der Hallen werden Sirupe hergestellt, u.a. Himbeeren gepresst und gekocht, in der Luft hängt ein intensiver, fruchtiger Duft. Auch die Herstellung von Zitronat findet hier statt: In riesigen Fässern mit einer Zuckerlösung werden Zitrusfrüchte eingelagert. Friedrich Siegert fischt sie mit langem Arm fachkundig heraus, um festzustellen, ob sie schon genug Zucker aufgesogen haben. Falls ja, werden sie klein gewürfelt und verpackt – alles in Handarbeit. Eine recht klebrige Angelegenheit!
In einer anderen Halle befinden sich die Drogen- und Lebensmittellager. Der hier herrschende Duft erinnert an heutige Apotheken: irgendwie gesund. Für Kinder ist auch dieses Lager ein wahres Paradies, in dem es einfach alles zu geben scheint. Besonders anziehend sind die Säcke voller Nüsse und Mandeln. Pech nur, wenn man eine Handvoll ausgesonderter Mandeln erwischt, die Blausäure enthalten ...
Die Gebäude werden 1974 an die Stadt Düsseldorf zurückverkauft. Sie tragen noch heute die alten Kacheln mit dem Schriftzug „de Haen-Carstanjen & Söhne“ und befinden sich direkt gegenüber dem UCI-Kino.

Florastraße 7, Meerbusch | Die Dependance von Purzel & Co

Vor dem 2. Weltkrieg kauft Theo Siegert ein 4000 m² großes Grundstück an der Florastraße, auf dem während des Krieges ein Außenlager für Gewürze und wertvolle Lebensmittel errichtet wird. Nach 1945 nutzen es Friedrich Siegert und seine Frau als ländlichen Rückzugsort, umgeben von Obst- und Gemüsegärten und treu bewacht vom Familienspitz Purzel. 1952 ziehen auch Theo und Tilli Siegert in ein neu erbautes Haus in die Florastraße 7-9. Nach dem Tod von Theo Siegert planen Friedrich und Lilo Siegert zunächst einen Neubau auf einem anderen Grundstück, lassen sich dann aber durch die Mutter überzeugen, dass der gemeinsame Verbleib auf dem alten Grundstück doch schöner ist ... Voraussetzung dafür ist allerdings der Erwerb eines drei Meter breiten Grundstückstreifens vom Nachbarn, der sich zunächst zurückhaltend zeigt. Nach mütterlicher diplomatischer Intervention aber klappt es dann auch mit ihm: er verkauft. Friedrich und Lilo Siegert wohnen nun in der Florastraße 9. Bis zu ihrem Tod 1985 lebte Tilli Siegert in Nummer 7. Danach verlegt Friedrich Siegert das Büro aus dem Rheinsternhaus in die Florastraße 7, dort besteht es bis April 2007.

Königsallee 24 | Ein Zuhause für die Werte

Seit April 2007 befindet sich das Büro von dHCS an der Königsallee 24, Düsseldorf. Auch dieser Standort ist dem Unternehmen auf besondere Weise verbunden, hieß die Allee doch bis 1848 „Carstanjen-Allee“. Erst nachdem der preußische König hier mit Pferdeäpfeln beworfen wurde, bot der Magistrat zum entschuldigenden Ausgleich an, die Allee in „Königsallee“ umzubenennen.

Von hier aus führt Theo Siegert das Family Office. Die Räume dokumentieren Familientraditionen in verschiedenster Hinsicht: Die Porträts von August Friedrich Siegert bilden Persönlichkeiten der Familie ab, die Unternehmen und Familie geprägt haben. Zu ihnen gesellen sich moderne Werke Düsseldorfer Künstler, die das Engagement der Familie für die Kunst spiegeln. Das neue, lichte und moderne Gebäude ist äußeres Zeichen für den permanenten Wandel des Unternehmens.